Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Penetrierendes aortales Ulkus (PAU)

Bei dem penetrierenden Geschwür der Hauptschlagader handelt es sich um eine degenerativ bedingte Zerstörung der Aortenwand, die auf dem Boden einer Arteriosklerose entstehen kann. Fast alle Patienten haben einen erhöhten Blutdruck (Hypertonie). Die Patienten sind meistens zwischen 60 und 80 Jahren alt.

Die Wand der Aorta hält nicht mehr dicht. Das Blut durchbricht (penetriert) das Blutgefäß und führt zu einer lokalisierten Ausstülpung (Abbildung rechts).

Im Gegensatz zum Aortenaneurysma ist die defekte Stelle an der Hauptschlagader relativ klein, typischerweise ca. 2 cm. Die Hälfte der Patienten mit einem PAU hat gleichzeitig ein Aortenaneurysma an anderer Stelle.

Das PAU ist sehr gefährlich, weil die Hauptschlagader an dieser Stelle platzen kann. Deshalb ist die Therapie von der Morphologie abhängig, nicht vom größten Aussendurchmesser der Aorta. Knospenartige Ausstülpungen (“Sektkorken”) gelten als besonders rupturgefährdet.

Die Behandlung erfolgt bevorzugt durch einen Stentgraft.

Klinische Häufigkeit: selten **

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