Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Meshgraft

Mit einem Meshgraft (Spalthautlappen) können größere Hautwunden verschlossen werden. Es handelt sich um ein speziell hergerichtetes Spalthauttransplantat aus körpereigener Haut.

Der Begriff kommt von Mesh (engl.: Netz) und Graft (engl.: Transplantat).

Die gitternetzartigen Inzisionen („Netz“) erlauben eine Dehnung des Hautlappens auf das 3–6fache seiner Ausgangsgröße. Das Meshgraft-Verfahren spart Spendergewebe (Haut) und findet Anwendung, wenn große Hautdefekte gedeckt werden sollen, z.B. bei einem Geschwür am Unterschenkel (Ulcus cruris, „offenes Bein“) oder bei ausgedehnten Verbrennungen.

Geeignete Entnahmestellen für die Spenderhaut sind die Oberschenkelstreckseite, der Rücken und die behaarte Kopfhaut des Patienten (die Haare wachsen später wieder nach). Der Ort der Hautabtragung verschließt sich von alleine, wobei allerdings Narben zurückbleiben.

Am Ort der Transplantataufbringung heilt das Meshgraft innerhalb von 1 bis 2 Wochen ein.

Der vom Operateur angebrachte Verband nach Meshgraft darf erst nach 5 Tagen erstmals gewechselt werden! Erfolgt der Verbandwechsel früher, besteht die Gefahr, dass das Transplantat mit dem Verbandmaterial abgelöst wird.

Abbildung: OP-Foto mit dem gitternetz-artig eingeschnittenen Hauttransplantat. Dieses wird auf die Größe des Geschwürs gedehnt und für einige Tage mit einem Verband fixiert.

Klinische Häufigkeit: *** häufig

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