Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Arteriitis temporalis

Unter Arteriitis temporalis, auch Horton-Syndrom genannt, versteht man die entzündliche Erkrankung der Arteria temporalis.

Diese etwa 2 mm dicke Arterie verläuft oberflächlich unter der Haut im Schläfenbereich und ist auch beim Gesunden manchmal als geschlängelte Ader sichtbar. Für die Durchblutungssituation im Kopfbereich ist die kleine Arterie normalerweise ohne Bedeutung.

Die Ursache der Erkrankung ist wie bei allen entzündlichen Arterienerkrankung unklar (Vaskulitis). Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren sind nicht beteiligt.

Die Arteriitis temporalis äußert sich durch Kopfschmerz und erhöhte Entzündungswerte im Blut (BSG, CRP). Die entzündete Arterie ist oft druckschmerzhaft und verdickt an der Schläfe tastbar.

Die Arterienentzündung kann auf den Sehnerven übergreifen, was zur dauerhaften Erblindung eines Auges führen kann. Wenn die Arteriitis temporalis beidseits auftritt, können beide Augen erblinden. Um diese schwerwiegende Komplikation zu verhindern, muss sofort mit einer antientzündlichen Behandlung (Kortison) begonnen werden.

Nach Möglichkeit sollte vor Beginn der Kortisonbehandlung ein Teil der entzündeten Arterie operativ entfent werden, um die Diagnose durch feingewebliche Untersuchung (Histologie) bestätigen zu können. Die Probeentnahme (Temporalis-Biopsie) ist eine kleine ambulante Operation mit örtlicher Betäubung.

Klinische Häufigkeit: ** selten

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