Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Subclavian-Steal-Syndrom

Beim Subclavian-Steal-Syndrom ist die Armarterie (A. subclavia) in Höhe des Schlüsselbeines verschlossen. Der Arm erhält das Blut über eine zum Gehirn verlaufende Arterie (A. vertebralis), die dann retrograd (in falscher Richtung) durchströmt wird.

Es handelt sich um ein Anzapfsyndrom („Steal“), wobei die Armarterie den Gehirnkreislauf anzapft, um genügend Blut zu erhalten. Bei Verschluss der A. subclavia erfolgt die Blutversorgung des gleichseitigen Armes also über das Gehirn.

Besonders bei Muskeltätigkeit des betroffenen Armes (stärkerer Blutfluss) wird dem Gehirn durch den Umgehungskreislauf über die Vertebralarterie vermehrt Blut entzogen. Dies kann zu reversiblen neurologischen Symptomen (z.B. Schwindel) führen.

Bei Beschwerden erfolgt die Ballondilatation (PTA), evtl. mit Stent-Implantation. Wegen zu starker Verkalkung gelingt diese manchmal nicht. Dann ist eine operative Rekonstruktion des Blutweges durch Subclavia-Transposition (Einnähen der A. subclavia in die A. carotis communis) oder einen Karotis-Subclavia-Bypass indiziert.

Abbildung: Schema des Subclavian-Steal-Syndromes.
a) Normalbefund
b) Bei Verschluss der linken Armarterie wird das Blut aus dem Gehirn abgezapft

Klinische Häufigkeit: * sehr selten

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