Gefäß-Lexikon von A-Z

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Suchbegriff: Lysetherapie

Die Lyse ist eine medikamentöse Behandlung zur Auflösung eines Blutgerinnsels. Die Lysetherapie wird auch Fibrinolyse genannt. Gebräuchliche Substanzen für die Lyse sind Streptokinase, Urokinase und rt-PA.

Der akute Gefäßverschluss einer Arterie durch ein Blutgerinnsel (Thrombus) führt zu einer Minderdurchblutung (Ischämie) in dem hinter dieser Arterie liegenden Gewebe.

Die Lyse ist ein anerkanntes Verfahren, um einen frischen Thrombus aufzulösen. Der Thrombus sollte nicht älter als wenige Tage sein. Je frischer das Gerinnsel, desto größer die Erfolgschancen.

In der Regel wird die sog. lokoregionäre Technik angewandt. Hierbei wird ein spezieller Lysekatheter bis vor den Verschluß oder sogar bis in das Gerinnsel geführt, um die Wirkung des Medikamentes auf die Problemregion zu konzentrieren.

Eine Lysetherapie kommt unter Umständen in Frage beim frischen Herzinfarkt, bei der Lungenembolie und beim akuten arteriellen Verschluss einer Beinarterie (Abb).

Die wichtigste Nebenwirkung der Lyse besteht darin, dass unerkannte Blutungsquellen (Magengeschwür, Gefäßmißbildung im Gehirn) aktiviert werden und innere Blutungen auftreten können.

Abbildungen: Beckenarterienverschluss links zu Beginn der Lyse. Durchgängige Beckenarterie nach erfolgreicher Lyse und Ballondehnung (PTA) der ursächlichen Stenose.

Klinische Häufigkeit: **** sehr häufig

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