FAQ – Fragen und Antworten

Fragen zu Krampfader-Operationen


Wieso geht die OP-Methode, die ich in der Zeitung gelesen habe, bei mir nicht?

Das Gefäßzentrum und das MVZ am RKK sind speziell auf Krampfader-Operationen spezialisiert und verfügen über große Erfahrungen mit diversen Operationsmethoden an mehreren Tausend Patienten.

Es gibt nicht die „beste Methode“. Wenn das so wäre, würden alle Gefäßchirurgen diese bevorzugen. Es ist auch nicht so, dass sich der Patient nach Belieben ein Verfahren aus dem Internet aussuchen kann.

Jede Operationsmethode hat Vor- und Nachteile. Und jeder Patient hat andere Krampfadern. Nur wenn wir beides kennen, können wir Ihnen eine individuelle Therapieempfehlung aussprechen.

Grundsätzlich bieten wir alle heute aktuellen Therapieverfahren an.

Hinweis: Die endovenösen Behandlungsmethoden (z. B. Radiofrequenz) und Schaumsklerosierung werden derzeit nicht von allen Krankenkassen übernommen.

Nähere Infos zu den OP-Methoden finden Sie unter den Rubriken

Wann darf ich nach der OP etwas trinken oder essen?

Weil bei einer Krampfaderoperation die Bauchhöhle nicht eröffnet wird, können Sie sofort trinken, wenn Sie wach sind und sich wohl fühlen. Das kann, je nach „Wachheitszustand“, schon 30 bis 60 Minuten nach OP-Ende der Fall sein. Wir bieten deshalb nach kleineren Operationen bereits im Aufwachraum Getränke wie stilles Wasser an. Fragen Sie das Pflegepersonal.

Mit dem Essen warten wir etwas länger als mit dem Trinken. Wenn Ihnen nicht übel ist, können Sie nach etwa 2 Stunden etwas essen.

Habe ich nach der OP starke Schmerzen? Bekomme ich ein Schmerzmittel mit nach Hause?

Normalerweise hat man nach einer Krampfaderoperation keine oder kaum Schmerzen. Dennoch bekommt jeder Patient nach einer ambulanten Krampfaderoperation von uns Schmerztabletten mit nach Hause (3 Tabletten Ibuprofen 400).

Die meisten Patienten nehmen davon eine zur Nacht ein und benötigen die beiden anderen gar nicht. Einige Patienten verzichten ganz auf die Einnahme, weil die Schmerzen zu gering sind.

Es ist aber kein Problem, wenn Sie alle 3 Tabletten über die Nacht verteilt einnehmen.

Schmerzen sind ein Warnhinweis des Körpers, dass irgendetwas nicht in Ordnung ist. Wenn Sie starke Schmerzen haben und vielleicht auch eine Schwellung in einem Wundbereich spüren, insbesondere in der Leiste, kontaktieren Sie bitte unsere Notfallambulanz (0421-5599-800) oder kommen Sie vorbei. Für Notfälle haben wir 24 Stunden geöffnet. Das ist der Vorteil eines Krankenhauses.

Zu Ihrer Beruhigung: Bei mehreren Hundert ambulanten Krampfaderoperationen pro Jahr kommt es nur 1 bis 2 mal vor, dass ambulant operierte Patienten nachts bei uns anrufen müssen oder unsere Notfallambulanz aufsuchen.

Wann werden die Fäden gezogen?

Nach Krampfaderoperationen werden die Fäden bei normalem Verlauf nach 10 bis 12 Tagen gezogen.

Bei erschwerten Heilungsbedingen (Diabetes mellitus, Zweitoperation) kann das Nahtmaterial problemlos einige Tage länger belassen werden.

Welche Art von Narkose kriege ich?

Das Standardverfahren bei Krampfaderoperationen ist bei uns eine kurze oberflächliche Vollnarkose. Diese ist sehr risikoarm, bietet viele Vorteile für den Patienten und gilt bei uns im Regelfall als beste Lösung für alle Beteiligten.

Grundsätzlich sind bei Krampfaderoperationen auch andere Formen der Schmerzausschaltung möglich.

Bei der örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie) wird Flüssigkeit neben die zu operierende Vene eingspritzt. Damit können auch Stammvenen behandelt werden, sowohl mit den endoluminalen Verfahren als auch mit dem herkömmlichen Venenstripping. Wenn größere Mengen der schmerzausschaltenden Flüssigkeit (ca. 1 Liter) injiziert werden spricht man von Tumeszenz-Anästhesie. Ob die Tumeszenz-Anästhesie für Sie geeignet ist, kann nur in einem ersönlichen Gespräch erläutert werden.

Das rückenmarksnahe Betäubungsverfahren Spinalanästhesie lähmt beide Beine für wenige Stunden. Das Bewegen der Beine oder gar Aufstehen ist nach der Operation erst verzögert möglich.

Die Vollnarkose ist heute bei ansonsten gesunden Patienten ein sehr sicheres Betäubungsverfahren. Die Patienten sind sofort wach und können alles bewegen. Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen treten nach diesen oberflächlichen Vollnarkosen nur selten auf.

Warum muss die OP ambulant erfolgen? Ich möchte lieber stationär, falls was passiert.

Der Gesetzgeber hat entschieden, dass Krampfaderoperationen in Deutschland nur noch ambulant durchgeführt werden dürfen. Stationäre Behandlungen werden von den Krankenkassen nicht mehr bezahlt. Der Wunsch des Patienten spielt für den Gesetzgeber und die Krankenkassen keine Rolle. Stationäre Krampfaderoperationen sind nur noch in Ausnahmefällen zulässig, z. B. bei erheblicher Abweichung vom Regeleingriff oder bei individueller medizinischer oder sozialer Indikation.

Bei stationär durchgeführten Krampfaderoperationen muss der behandelnde Arzt der Krankenkasse in jedem Einzelfall schriftlich begründen, warum die Operation nicht ambulant durchgeführt werden konnte. Sonst zahlt die Kasse nicht. Der bürokratische Aufwand ist für die Ärzte erheblich und die Kassen akzeptieren die Begründungen häufig nicht.

Wir bitten unsere Patienten deshalb um Verständnis, wenn wir Krampfaderoperationen im Regelfall ambulant durchführen. Diese erfolgen überwiegend im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) am RKK.

Sie brauchen dennoch keine Sorge vor postoperativen Komplikationen zu haben. Sollte wirklich mal ein medizinisches Problem auftreten, kann die ambulant geplante Behandlung in eine stationäre umgewandelt werden.

Wie lange muss ich nach der OP den Kompressionsstrumpf tragen?

Obwohl die Krampfaderoperation zu den 5 häufigsten Operationen in Deutschland gehört, gibt es keine allgemein anerkannten oder wissenschaftlich belegten Daten, wie lange ein Kompressionsstrumpf postoperativ getragen werden muss.

Bei uns gilt folgender Standard:

Die ersten 2 Wochen Kompressionsstrumpf tags und nachts, wobei Sie den Strumpf ab dem 4. Tag (Duschen erlaubt) jeden Tag für eine Stunde ausziehen können, um das Bein nach dem Duschen mit einer Pflegelotion einzucremen und diese einziehen zu lassen. Die Haut unter dem Strumpf neigt nämlich zum Austrocknen.

Nach dem Fäden ziehen (nach 2 Wochen) brauchen Sie den Strumpf bei normalem Verlauf für weitere 2 Wochen (3. und 4. Woche nach der OP) nur noch tagsüber zu tragen.

Wann kann ich wieder Sport machen?

Das hängt vom Ausmaß der Operation, dem Heilungsverlauf, Ihrer individuellen Konstitution und der Art des Sports ab.

Insbesondere die Wunde in der Leiste will in den ersten Tagen etwas „Ruhe“ haben. Das Hüftgelenk sollte also nicht so viel bewegt werden. Abwechselndes Beugen und Strecken des Hüftgelenkes (z.B. Radfahren) ist also schlecht.

Ein längerer Wasserkontakt (über 10 Minuten) lässt die Wunden aufquellen, macht die Narben unschöner und birgt das Risiko einer Wundinfektion. Deshalb ist Baden später erlaubt als Duschen, und Sauna später als Baden.

Ebenfalls sollte eine längere UV-Licht-Bestrahlung (Sonnenbaden) der frischen Wunden für 6 Wochen gemieden werden, weil die Narben dadurch hässlich werden können.

Nach einer „normalen“ Krampfaderoperation (in der Terminologie der Krankenkassen „Regeleingriff“ genannt) und unkompliziertem Heilungsverlauf empfehlen wir das Einhalten folgender Schonzeiten.

OP-Tag: Normales Umhergehen im Haus, insgesamt ca. 2 Stunden pro Tag, das operierte Bein zwischendurch hoch legen

Tag 1: Am Tag nach der Operation können Sie in Ihrer Wohnung laufen, um das zu machen, was unbedingt sein muss. Größenordnung ist 2 Stunden an diesem Tag. Es ist von Vorteil, wenn Sie das operierte Bein an den ersten 2 bis 3 Tagen möglichst viel hochlegen. Dadurch können Blutergüsse verhindert werden. Gut ist es, wenn Sie bei hochgelegtem Bein den Fuß auf und ab bewegen. Damit betätigen Sie die Wadenmuskeln (Muskelpumpe), was einer Thrombose vorbeugt.

Tag 2 und 3: Langsam steigern.

Tag 4: Normales Gehen ohne zeitliche Begrenzung. Duschen erlaubt.

1 Woche: Sport mit Belastung der Arme und des Oberkörpers. Die Hüftgelenke sollten noch nicht übermäßig stark gebeugt werden (z.B. Schneidersitz). Spaziergehen beliebig lange möglich, Radfahren 30 Minuten pro Tag. Noch kein Jogging. In den meisten Berufen ist Arbeitsfähigkeit gegeben.

2 Wochen: Fäden sind entfernt. Leichte sportliche Betätigung ist erlaubt, z. B. Nordik Walking.

3 Wochen: Fitness-Center erlaubt, Golf (alle Löcher), Jogging erlaubt (1 Stunde pro Tag), Radfahren (1 Stunde), Tennis (1 Stunde).

4 Wochen: Jetzt können Sie (fast) alles machen, was Sie möchten, also Fitness-Center beliebig, Radfahren, Jogging, Golf, Tennis, Schwimmen ohne Einschränkung.

6 Wochen: Mit Extremsportarten (Marathon, Gewichtheben) oder Sportarten mit der Gefahr eines erheblichen Anpralltraumas auf die Wunden (Fußball) warten Sie besser 6 Wochen nach der Operation.
Gleiches gilt für Sauna, weil die Wunden durch Wasser und Hitze erheblich aufquellen, was das kosmetische Endergebnis verschlechtern kann. Ebenfalls sollte eine längere UV-Licht-Bestrahlung (Sonnenbaden) der frischen Wunden für 6 Wochen gemieden werden, weil die Narben dadurch hässlich werden können.

Muss ich nach der OP liegen, darf ich laufen, wie viel darf ich laufen?

Nach einer Krampfaderoperation dürfen Sie sofort aufstehen, wenn Sie wach sind und sich wohl fühlen.

Am Tag nach der Operation können Sie in Ihrer Wohnung laufen, um das zu machen, was unbedingt sein muss. Größenordnung ist 2 Stunden an diesem Tag.

Es ist von Vorteil, wenn Sie das operierte Bein an den ersten 2 bis 3 Tagen möglichst viel hochlegen. Dadurch können Blutergüsse verhindert werden.

Gut ist es, wenn Sie bei hochgelegtem Bein den Fuß auf und ab bewegen. Damit betätigen Sie die Wadenmuskeln (Muskelpumpe), was einer Thrombose vorbeugt.

Wann ist Duschen erlaubt?

Bei gut heilenden problemlosen Wunden kann man nach 4 Tagen duschen.

Die Wunde sollte trocken sein, also nicht mehr sezernieren (Flüssigkeit absondern).

Ein längerer Wasserkontakt (über 10 Minuten) lässt die Wunden aufquellen, macht die Narben unschöner und birgt das Risiko einer Wundinfektion. Deshalb ist Baden später erlaubt als Duschen, und Sauna später als Baden.

Auf einen längeren Wasserkontakt der Wunde (z. B. in der Badewanne) sollten Sie für 14 Tage verzichten, um ein Aufquellen der Wunde mit nachfolgendem Infekt zu vermeiden. Mit der Sauna warten Sie deshalb 6 Wochen.

Ebenfalls sollte eine längere UV-Licht-Bestrahlung (Sonnenbaden) der frischen Wunden für 6 Wochen gemieden werden, weil die Narben dadurch hässlich werden können.

Wann kann ich wieder in die Sauna?

Ein längerer Wasserkontakt (über 10 Minuten) lässt die Wunden aufquellen, macht die Narben unschöner und birgt das Risiko einer Wundinfektion. Deshalb ist Baden später erlaubt als Duschen, und Sauna später als Baden.

4 Wochen: Jetzt können Sie (fast) alles machen, was Sie möchten, also Fitness-Center beliebig, Radfahren, Jogging, Golf, Tennis, Schwimmen ohne Einschränkung.

6 Wochen: Mit Extremsportarten (Marathon, Gewichtheben) oder Sportarten mit der Gefahr eines erheblichen Anpralltraumas auf die Wunden (Fußball) warten Sie besser 6 Wochen nach der Operation. Gleiches gilt für Sauna, weil die Wunden durch Wasser und Hitze erheblich aufquellen, was das kosmetische Endergebnis verschlechtern kann. Ebenfalls sollte eine längere UV-Licht-Bestrahlung (Sonnenbaden) der frischen Wunden für 6 Wochen gemieden werden, weil die Narben dadurch hässlich werden können.

Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?

Nach einer ambulanten Krampfaderoperation können Sie am gleichen Tag nach 2 bis 3 Stunden nach Hause. Nach Möglichkeit sollten Sie sich abholen lassen. Selber Autofahren dürfen Sie am Operationstag nicht.

Wie lange werde ich krank geschrieben?

Nach einer Krampfaderoperation müssen Sie eine Arbeitsunfähigkeit (AU) von einer Woche einkalkulieren. Ihr Hausarzt kann die Arbeitsunfähigkeit danach problemlos verlängern, wenn es Ihr Gesundheitszustand erfordert.

Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit muss bei jedem Patienten individuell festgelegt werden. Dabei sind der individuell ausgeübte Beruf und der Heilungsverlauf im Einzelfall zu berücksichtigen.

Bei gleicher Operation kann ein Straßenarbeiter länger krank geschrieben werden als ein Büroangestellter, der vorwiegend am Schreibtisch sitzt.

Bei einem schlanken Bein mit einer reinen Stammvarikosis geht die Heilung schneller voran als bei einem sehr kräftigen Bein mit ausgeprägten Krampfadern.

Bei problemlosem Verlauf kann man nach einer Krampfaderoperation nach 2 Tagen wieder arbeitsfähig sein. Selten dauert es bis zu 2 Wochen.

Selbstständige sind deutlich kürzer arbeitsunfähig als Arbeitnehmer. Diese Tatsache ist wissenschaftlich belegt.

Muss ich lange auf einen ambulanten OP-Termin warten? Geht es nicht schneller?

Derzei haben wir eine Wartezeit von wenigen Wochen bis 3 Monaten.

Operationen an Krampfadern sind planbare Operationen und keine Notfälle. Die Patientinnen und Patienten, die mit dieser Krankheit zu uns kommen, haben das Leiden zu 95% schon seit über 10 Jahren.

Es sei erwähnt, dass das RKK von allen Krankenhäusern Bremens auch bei Krampfaderoperationen die höchsten OP-Zahlen aufweist und Herr Dr. Paetz der einzige Chefarzt ist, dem die Ärztekammer die volle Weiterbildungsbefugnis für Phlebologie (Venenheilkunde) zuerkannt hat. Unser Team verfügt mittlerweile über Erfahrungen an mehreren Tausend Krampfaderoperationen.

Brauche ich den Kompressionsstrumpf schon für den OP-Tag?

Nein, erst am Folgetag. Am OP-Tag wickeln wir Ihr frisch operiertes Bein von Hand mit einem Kompressionsverband. Am ersten postoperativen Tag machen wir gemeinsam einen Verbandswechsel und schauen uns die Wunden an. Dann kleben wir frische Pflaster auf und zeigen Ihnen, wie man den Kompressionsstrumpf anzieht.

Wann kann ich wieder ins Fitness-Center?

Das hängt vom Ausmaß der Operation, dem Heilungsverlauf, Ihrer individuellen Konstitution und der Art des Sports ab.

Insbesondere die Wunde in der Leiste will in den ersten Tagen etwas „Ruhe“ haben. Das Hüftgelenk sollte also nicht so viel bewegt werden. Abwechselndes Beugen und Strecken des Hüftgelenkes (z.B. Radfahren) ist also schlecht.

Nach einer „normalen“ Krampfaderoperation (in der Terminologie der Krankenkassen „Regeleingriff“ genannt) und unkompliziertem Heilungsverlauf empfehlen wir das Einhalten folgender Schonzeiten.

2 Wochen: Fäden sind entfernt. Leichte sportliche Betätigung ist erlaubt, z. B. Nordik Walking.

3 Wochen: Fitness-Center erlaubt, Golf (alle Löcher), Jogging erlaubt (1 Stunde pro Tag), Radfahren (1 Stunde), Tennis (1 Stunde).

4 Wochen: Jetzt können Sie (fast) alles machen, was Sie möchten, also Fitness-Center beliebig, Radfahren, Jogging, Golf, Tennis, Schwimmen ohne Einschränkung.

6 Wochen: Mit Extremsportarten (Marathon, Gewichtheben) oder Sportarten mit der Gefahr eines erheblichen Anpralltraumas auf die Wunden (Fußball) warten Sie besser 6 Wochen nach der Operation.


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