Meldung vom 05.06.2016

079 Nachlese Gefäßsymposium

Nachlese Gefäßsymposium

Am 28.5. veranstaltete die Klinik für Gefäßmedizin ein Gefäßsymposium zum Thema:

Aktuelle Therapien und Trends in der Gefäßmedizin.

Einige Gäste reisten selbst aus größerer Entfernung an, um die Fachvorträge zu hören.

Chefarzt Dr. Frank Marquardt begrüßte die Gäste und gab einen allgemeinen Überblick sowie eine Einleitung in die Thematik.

Im ersten Vortrag von Dr. Frank Trösch, dem leitenden Oberarzt der Klinik, wurden die offenen und insbesondere die neuen patientenschonenden endovaskulären Operationen an der Bauchschlagader und der Brustschlagader dargestellt. Diese Operationen erfolgen über sehr kleine Hautschnitte in der Leiste oder am Arm. Eine Öffnung des Brustkorbes oder des Bauchraumes ist hierbei nicht erforderlich. Auch komplexe Operationen, bei denen zusätzliche Seitenäste der Gefäße mit versorgt werden müssen, wurden dargestellt.

Dr. Paul Kein, niedergelassener Angiologe aus Delmenhorst erläuterte die konservativen Möglichkeiten während der Behandlung einer peripheren arteriellen Verschlußkrankheit (pAVK, Schaufensterkrankheit). Neben den aktuellen medikamentösen Therapiemöglichkeiten wurde anschaulich dargestellt, daß das regelmäßige Gehtraining eine erfolgversprechende Behandlungsmöglichkeit ist.

Sabine Bircks, leitende Ärztin der Angiographie, zeigte in ihrem Vortrag das gesamte Spektrum der heutigen interventionellen Therapiemaßnahmen, die in der Klinik für Gefäßmedizin am RKK durchgeführt werden. Zuerst wurden die einfacheren Ballondilatationen (Ballonaufdehnungen) dargestellt, die gerade an den Unterschenkelgefäßen eine technische Herausforderung darstellen können. Außerdem wurden moderne Kathetertechniken gezeigt, mit denen über eine Turbine auch ältere Blutgerinsel abgesaugt werden können. Mit Atherektomiesystemen ist es bei einigen Patienten möglich selbst kalkharte Gefäßverengungen über einen Katheter abzuschälen. Häufig muß dann auch ein Stent implantiert werden.

Claudia Leo, Fachärztin für Gefäßchirurgie, konnte in ihrem Vortrag neue patientenschonende Hybridoperationen aufzeigen. Hierbei werden offene Operationen mit endovaskulären Kathetertechniken kombiniert. Über eine Ausschälplastik in der Leiste ist es beispielsweise möglich, zusätzlich die Beckenschlagader mit einer Ballonaufdehnung und einer Stentimplantation zu eröffnen. In diesem Fall kann bei den betroffenen Patienten auf den sonst notwendigen Bauchschnitt verzichtet werden. Auch andere Gefäßlokalisationen, bei denen Hybridoperationen möglich sind wurden gezeigt.

Prof. Dr. Stefan Herget-Rosenthal, Chefarzt der Medizinischen Klinik, gab einen Überblick über das Krankheitsbild der chronischen Niereninsuffizienz. Neben den vielfältigen Ursachen wurden auch ernährungsbedingte Einflüsse auf die Erkrankung erläutert. Die Zuhörer bekamen eine Übersicht der Erkrankung, die in verschiedenen Stadien verläuft, von der Diagnose bis zu den medikamentösen und apparativen Behandlungsmaßnahmen wie die Dialyse.

Andreas Castrischer, Oberarzt und Leiter der Shuntchirurgie, erläuterte in seinem Vortrag nahezu alle Arten der Zugangsmöglichkeiten für einen Dialyseanschluß bei Dialysepatienten. Neben den Dialyseshunts, die zur Dialyse mit entsprechenden Nadeln punktiert werden, gibt es auch Dialysekatheter, die teilweise über mehrere Monate genutzt werden können. In den verschiedenen Ländern werden unterschiedliche Zugänge genutzt. Während in Deutschland nach Möglichkeit ein Shunt angelegt wird, erfolgt beispielsweise in den USA die Dialyse häufig über einen Katheter. Neben den herkömmlichen Shunt-Operationen wurden auch die neuesten Operationsmethoden aufgezeigt.

Nach über 3 Stunden, mit sehr interessanten Vorträgen zu herkömmlichen und neuesten Therapieverfahren am RKK, beendete Chefarzt Dr. Frank Marquardt das Symposium mit einer Zusammenfassung der Vorträge.

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